Tipps zur Futterumstellung

Das gewohnte Futter wird den Chinchillas bei den Schritten 1-4 weiterhin angeboten. Zusätzlich beginnt man nach und nach Neues in den Speiseplan einzuführen. Lasst euch von den vielen Warnungen im Netz nicht verunsichern, die meisten Chinchillas vertragen eine Futterumstellung ohne Probleme, selbst wenn sie schnell durchgeführt wird.

Dabei hat sich folgende Reihenfolge als schonend und sinnvoll erwiesen:

1. Schritt

Getrocknete Kräuter-Blätter-Blüten-Mischung, Rinde, Zweige und Wurzeln einführen

Diese Futterkomponenten kann man recht schnell, bald auch ad libitum (= zur freien Aufnahme, unbegrenzt), einführen und nicht notwendigerweise Sorte für Sorte anfüttern, sondern gleich als Mischung anbieten. Die Mischung kann z.B. aus Löwenzahnkraut, Brennnesselkraut, Topinamburblättern, Echinaceakraut, diversen Beerenblättern, Spitz- oder Breiwegrich, Weidenrinde, Ringelblume, Ginkgoblättern, grünem Hafer, Hibiskusblüten, Pfefferminze, Apfelblättern, Löwenzahn- und Brennnesselwurzeln bestehen.Am Ende sollten täglich insgesamt über 30 verschiedene Pflanzen als Mischung verfüttert werden.
Vor allem am Anfang holt man sich bereits fertige Mixe für Chinchillas und bietet diese an: www.chinchillavermittlung.com/t4356-bezugsquellen-fur-fertige-fur-chins-geeignete-samereienmischungen 

2. Schritt

Frischen Apfel und frisches Grünfutter einführen

Pro Tag wird jeweils eine neue Frischfuttersorte eingeführt, die bereits eingeführten bietet man weiterhin an: Wenn am ersten Tag also z.B. Chicoree vertragen wurde, darf er am nächsten Tag wieder angeboten werden + eine neue Frischfuttersorte. Als anfängliche Menge gibt man 1 haselnussgroßes Stückchen Apfel, 1-2 Blätter Löwenzahn oder 1 kleinen Zweig mit 2-3 Blättern dran. Die Menge wird nach und nach gesteigert bis am nachfolgenden Tag noch was vom Frischfutter übrig ist. Bestenfalls bietet man mehrere unterschiedliche Frischfuttersachen pro Tag an.

Gerade für den Anfang eignen sich folgende frische Pflanzen besonders gut: Apfel, Golliwoog/ calisia repens, Chicoree (natürliches Darmfloraaufbaumittel, super bei Futterumstellung), Löwenzahn samt Blüte, Wegeriche, Lattiche, Topinamburblätter, Sonnenblumenblätter, Basilikum, Kirsch- und Haselnusszweige und alle anderen Obstbaumzweige, Weidenzweige, Haselzweige etc.

3. Schritt

Weiteres Obt und Gemüse einführen

Das Vorgehen ist identisch wie bei Schritt 2.

Potenziell blähende Pflanzen wie Klee, Luzerne oder Kohl erst ganz am Ende anfüttern und nur wenn keine Pellets und kein sonstiges Fertigfutter verabreicht werden. Als Einstieg sind z.B. Banane, Birne, Miniromanasalat/ Salatherzen oder Möhre samt Grün sehr gut geeignet.

4. Schritt

Sämereien einführen

Reine Mischungen aus Ölsaaten sind in der Regeln sehr gut verträglich und können langsam in den Speiseplan eingeführt werden. Mann muss nicht zwigend Sorte für Sorte anfüttern. Wo es fertige Ölsamenmischungen gibt, siehe hier: www.chinchillavermittlung.com/t4356-bezugsquellen-fur-fertige-fur-chins-geeignete-samereienmischungen

Saaten sind ein Kraftfutter und somit kein Hauptfutter! Die Menge der täglich angebotenen Samen richtet sich an den Tieren. Manchen Chinchillas kann man Saaten problemlos ad libitum geben, anderen muss man diese rationieren z.B. 1-2- Esslöffel pro Tier und Tag. Denkbar ist auch nur eine kleine Saaten-Gabe als Leckerchen oder Ergänzung z.B. 1-2 Mal in der Woche, wenn man weiterhin Pellets als Kraftfutter verfüttern möchte. Man kann aber auch Saaten und Pellets mischen und beides täglich anbieten.

Beim Umstellen mischt man immer mehr Saaten unter das alte Kraftfutter (in den meisten Fällen unter die Pellets). Ausführliches zum Thema: Sämereienfütterung bei Chinchillas

5. Schritt

Fertigfutter weglassen

Entweder fressen die Tiere mit der Zeit das Fertigfutter (Pellets, Mischfutter) von selber nicht mehr oder man verzichtet bewusst drauf (wenn man als Halter von Pellets/ Mischfutter ganz weg möchte), sobald die Tiere mit allen oben genannten Futterkomponenten ernährt werden und sich das Fressverhalten stabilisiert hat.

Weiterführendes