Secondhand-Chins: Tiere aus zweiter Hand

Chins aus zweiter Hand - traumatisiert und verhaltensgestört?

 

Häufig entscheiden sich gerade Chinchilla-Halter-Neulinge ihre Haustiere beim Hobbyzüchter zu holen, da sie annehmen, dass Secondhand-Chinchillas bzw. Chinchillas aus zweiter Hand (Tiere aus dem Tierschutz, Tierheimen, Pflegestellen und bestimmte Privatababen) traumatisiert und verhaltensgestört seien. Sie würden weniger zahm werden, krank sein etc. Das stimmt so absolut nicht! Ich selber habe mehrere Tiere aus Tierheimen, Hobbyzuchten, von Vermehrern, Privatabgaben und auch welche aus der Zoohandlung. Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass Chinchillas aus einer Hobbyzucht „normaler“ oder einfacher zu halten seien als Secondhandchins. Gerade viele meiner Notfälle, die eigentlich stark traumatisiert sein müssten, weil sie aus schlimmer Haltung stammen, sind die zahmsten und verträglichsten meiner Truppe. Einige der Hobbyzuchtchins sind hingegen extrem scheu. Eine Regelmäßigkeit existiert nicht und man kann Aussagen über das Wesen des Tieres keineswegs pauschalisieren.

Tipp: Oft wird vergessen, dass alle Chins, die gerade im Tierheim sitzen oder sonst wo abgegeben werden, fast immer von Züchtern und Vermehrern stammen. Nie war ein Tier schon immer ein Notfall- oder Secondhandtier!

Die Angst vor Krankheiten, Traumata etc. ist leider ein häufiges Vorurteil aufgrund falscher Annahmen und Unwissenheit und die Triebfeder, weshalb sich viele (zukünftige) Halter für Jungtiere von Hobbyzüchter entscheiden, statt einem Secondshand-Tier eine neue Chance zu geben. Ein Tier aus zweiter Hand ist lediglich ein Chinchilla, welches abgegeben wurde oder abgegeben werden muss wegen diverser Gründe wie Zeit-, Geld- oder Interessensmangel, Umzug, Überfoderung, Allergie, Krankheit des Halters, Nachwuchs usw. Diese Tiere werden dann in der Zeitung und Internet inseriert und entweder verkauft, oft auch samt Gehege, oder aber verschenkt. Des Weiteren landen Chinchillas aus genau denselben Anlässen in Tierheimen, im Tierschutz oder auf Pflegestellen. Sie sind also weder verhaltensgestört noch krank, sondern können einfach nicht mehr beim Vorbesitzer bleiben.

Es gibt keinerlei Gründe diese Tiere als Problemfälle abzustempeln und stattdessen Chins vom Züchter zu holen. Ob ein Tier zahm, verträglich oder distanziert ist, hängt von seiner Haltung und seinem Charakter ab, auch Tiere von Züchter können scheu, unsozial oder bissig sein (gerade weil es so viele unseriöse Züchter gibt, die nichts von artgerechter Haltung verstehen!) oder auf anderer Seite können Tiere aus schlechter Haltung, die tatsächlich traumatisiert sein müssten, sehr anhänglich und zahm sein. Eine Regel gibt es nicht. Im Zweifelsfall lernen Sie die Tiere zuvor kennen, besuchen Sie sie ein paar Mal in ihrer Aktivitätszeit - egal ob im Tierheim, beim Züchter oder bei Privatleuten - und beschäftigen Sie sich mit ihnen!

Bevor man sich wegen falscher Überzeugung dafür entscheidet, Chinchillas vom Hobbyzüchter zu kaufen, sollte man sich in Tierheimen und Tierschutzvereinen in seiner Umgebung umhören oder aber die Anzeigen auf Vermittlungsseiten in Zeitungen und Onlineanzeigemärkten durchstöbern, denn dort warten tausende Chinchillas auf ein neues liebevolles Heim und eine neue Chance ohne Vorurteile.

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Viele Adressen mit süßen Secondhandchinchillas findet man hier: Secondhand-Chinchilla-Vermittlung im Schutzforum