Chinchillapellets

Der Text bezieht sich auf alle Nager- und Kaninchenpellets, da sie alle beinah identisch sind!

Vorteile von Alleinfutter-Pellets

  • es ist lange haltbar (aufgrund fehlender Feuchtigkeit und z.T. Konservierungsstoffe)
  • die Fütterung gestaltet sich weniger problematisch, ist sauber und ist sehr zeitsparend
  • praktische Aufbewahrung des Futters
  • niedriger Preis (da die Bestandteile dieses Futters genauso minderwertig und preisgünstig sind)
  • auf den ersten Blick und für gewisse Zeit werden die Tiere mit allen essentiellen Nährstoffen versorgt, so muss man sich "keine Gedanken machen" (dass das ein Trugschuss ist, wird weiter unten aufgezeigt)
  • Unsichere und neue Halter sollten ruhig eine reduzierte Menge Pellets geben (1-2 Löffel pro Chin und Tag), wenn sie sich keine naturnahe Ernährung zutrauen, so kann man Nährstoffmängeln verbeugen; dennoch MUSS man zusätzlich zu den Pellets, auch getrocknete Kräuter, Blüten, Blätter/Zweige, Heu und bestenfalls auch Frisches und etwas Saaten geben, sonst ist die Ernährung zu einseitig und schlicht und ergreifend ungesund! Folgen einer reinen oder überwiegenden Pelleternährung sind u.a. Zahnprobleme und Organschäden

Nachteile von Alleinfutter-Pellets

Durch den Verarbeitungsprozess gehen zum Einen die Struktur der verarbeiteten Pflanzen verloren und zum Anderen durch die Hitzeeinwirkung wertvolle Nähr- und Inhaltsstoffe (Vitamine, Aminosäuren, Wirkstoffe), die daher künstlich zugesetzt werden müssen, damit das Futter wieder "wertvoll" gemacht wird und dann als Alleinfutter verkauft werden kann. Ohne die Zusatzstoffe wäre das Futter mehr oder weniger halbtote Futtermasse, die den Tieren nicht zum Überleben ausreichen würde. Welche Nachteile die Verarbeitung der verwendeten Pflanzen mit sich bringt, wird unten ausführlich dargestellt.

1) Oft befinden sich dort problematische Bestandteile wie pflanzliche Nebenerzeugnisse, bei denen man nicht genau weiß, welche minderwertigen Reste aus der Lebensmittelherstellung man letztenendes an seine Haustiere verfüttert

Mit der Bezeichnung sind Rückstände aus der Lebensmittelerzeugung gemeint.
z.B.
* Abfallprodukte der Bierbrauerei wie Malzkeime, Treber oder Bierhefe
* Abfall aus der Brennerei wie Schlempe
* Abfall aus der Zuckerrübenverarbeitung wie Melasse oder Zuckerrübenschnitzel
* Abfälle aus der Milchverarbeitung wie Molke oder Magermilchpulver
* Pressrückstände aus der Ölherstellung von z.B. Soja und Mais
* Gemüseabfälle aus der Lebensmittelherstellung z.B. Schalen
* Getreidereste aus der Lebensmittelherstellung
* weitere: Maisgluten, Cellulose (Erdnussschalen, Stroh), Braunreis, Reisstärke, Grannen, usw.

Wir sind der Ansicht, dass man seinen Tieren das Beste vom Besten zum Fressen geben sollte und man genau wissen sollte, was man verfüttert - somit ist jedes Futter, welches Nebenerzeugnisse beinhaltet abzulehnen.

Nach offizieller Meinung der Fertigfutterindustrie und der meisten Tierärzte beschränkt sich der Bedarf unserer Haustiere auf bestimmte Prozentzahlen an Eiweiß, Fetten, Rohfaser und sounso viel "internationale Einheiten" an künstlichen Vitaminen und Mineralstoffen. Chemisch im Labor zusammen gemixt ergibt sich somit ein Kunstprodukt der Industrie. Und damit unsere armen Vierbeiner diese tote Pansche auch fressen, werden ordentlich Geschmacksverstärker zugesetzt und mit Konservierungsstoffen versiegelt, damit das ganze nicht verdirbt. Für jedes Lebensalter, für jede Rasse, für jede Disposition gibt es spezielle Varianten - doch sind diese nur minimal unterschiedlich  in ihrer Zusammensetzung, vom Prinzip her sind alle gleich.
- Dr. med. vet. Jutta Ziegler -

2) Nicht zu wenige sich dort befindenden Futterbestandteile sind zu gehaltvoll / energiereich z.B. Getreide, Honig, Zucker, Öle/Fette oder eiweißreichste Pflanzen (Klee, Luzerne)

Getreide wird von Chinchillas nur schlecht vertragen, da es einen hohen Stärkegehalt hat und reich an leichtverdaulichen Kohlenhydraten ist, was sich wiederum schlecht auf die Darmflora auswirkt. Das meiste Fertigfutter (Pellets und Extrudate) besteht jedoch aus einem hohen Teil aus Getreide und deren Nebenerzeugnissen.
Kleegewächse wie Luzerne sind hochwertige Futterpflanzen, die den Chins v.a. Eiweiß, aber auch andere wichtige Nährstoffe wie Minerlien liefern.
Das Problem ist jedoch, dass Pellets und Extrudate beinah ausschließlich aus Luzerne und eben Getreide bestehen (+ weiterer energielastiger Bestandteile wie Melasse) und somit insgesamt zu gehaltvoll für Chins sind - zumindest als Hauptfutter. Das Hauptfutter dieser Tiere besteht naturgemäß und ernährungsphysiologisch gesehen aus vielen verschiedenen blättrigen Bestandteilen und nicht aus einem Konzentratfutter/Kraftfutter.
Zwar gelten Chins auch als Konzentratselektierer und bevorzugen die nährstoffreichen Pflanzenteile, d.s. die Blätter und nicht die Stängel oder Rispen, doch wie der Name schon sagt, sie selektieren bestimmte Pflanzenteile je nach Bedarf, was bei Fertigfutter gänzlich entfällt, da hier die Pflanzenteile zusammengepresst werden. Ferner werden die nährstoffreicheren Pflanzenteile gefressen, die noch in ihrer Faserstruktur ganz sind und nicht "vorverdaut", somit nehmen die Tiere zwar Energie zu sich aber zeitgleich auch die Fasern, wodurch der Verdauungsprozess ein anderer ist, also bei energiehaltigen aber faserarmen Futter. Mehr zum Strukturproblem siehe nächster Punkt.

3) Fertigfutter besitzt ungenügende, zu feine und klein gemahlene Struktur und schließend stark verarbeitete Pflanzenfasern

Chinchillas sind herbivor-folivorfressene Kleintiere, die daran angepasst sind viel grobfaserige Pflanzen(-teile) (überwiegend Kräuter, Blätter, Gräser) aufzunehmen und diese zu verwerten. Ihr ganze Physiologie bzw. Verdauung ist daran angepasst, die Pflanzen zu zerkauen (Zahnabrieb!) und anschließend aus ihnen notwendige Nährstoffe zu resorbieren und selbst herzustellen.
Füttert man nun zu kleine Fasern, wie man sie in Pellets & Co. vorfindet, die Tierärzte sogar als vorverdaut bezeichen, da sie eben bereits zerkleinert sind, nimmt man den Nagern einen Teil der Verdauungsaufgabe weg, was zur Folge ungenügenden Zahnabrieb hat sowie eine Fehlbesiedlung der Darmflora (hier können sich dann Hefen, Bakterien und Parasiten ungestört pathologisch vermehren), die mit diversen Verdauungsstörungen einhergeht.

Diese vorverdaute Pflanzenmasse wird anschließend stark verarbeitet, meist unter Hitzeeinwirkung, sodass man man anschließend Pellets oder Extrudate enthält. Das Chinchilla knackt jedes einzelne Pellet/Extrudat anstatt es, wie es ernährungsphysiologisch vorgesehen ist, mit seinen Backenzähnen gründlich zu zermahlen, Nach dem Knacken zerfällt die künstliche Struktur des Futters in Verbindung mit der Speichel und das Tier muss den bereits vorgekauten Futterbrei nur noch runterschlucken. Sowohl das unnatürliche Knacken ist für den Kiefer aufgrund des Druckes problematisch als auch das fehlende Zerkauen, was dem Abrieb der Zähne dient.

Heutzutage wird für viele Tiere Alleinfutter angeboten. Laut klassischer Definition ist an Alleinfutter folgende Vorgabe gebunden: „Alleinfutter sind Mischfuttermittel, die dazu bestimmt sind, allein den Nahrungsbedarf der Tiere zu decken.“ Bis heute kennt man nicht alle Bestandteile, die ein Lebewesen zum Leben braucht. Man kennt zwar alle Substanzen, die ein Tier zum Überleben benötigt, nicht aber alle Bestandteile und schon gar nicht ihre Menge zur Sicherstellung stoffwechselbedingter Lebensqualität (Gesundheit bzw. Schutz vor Krankheit). Deshalb mußte bzw. muß Alleinfutter seit seiner Erfindung ständig an die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft angepaßt werden. Das bedeutet, Alleinfutter vor 20 Jahren genügt nicht heutigen Ansprüchen, und heutiges wird sicherlich nicht den Anforderungen im Jahr 2027 genügen. Diese Tatsache führt den Begriff Alleinfutter bereits ad absurdum. Das scheint aber weder die Futtermittelindustrie zu stören [...] Da man selbst im menschlichen Bereich laut der mit Richtlinienkompetenz versehenen Deutschen Gesellschaft für Ernährung den Bedarf nicht für alle Vitamine und Mineralstoffe kennt, ist es grotesk, bei Tierfuttermitteln mit Alleinfutteranspruch so zu tun, als ob man diesen Bedarf bei den weniger untersuchten Tieren kennen würde.
- Lüttwitz M. v.; Schulz H.: „LÜGEN, LÜGEN, LÜGEN. Alleinfutterlüge, Vitaminlüge, Darmlüge“, Geflügel-Börse 5/2007
 

4) Zudem wird das meiste Fertigfutter mit Zusatz-, Geschmacks- und Konservierungsstoffen, Presshilfs- und Bindemittelhergestellt, welche nichts mit natürlicher und gesunder Fütterung gemein haben. Dazu zählen heißgepresste Alleinfuttermittel-Chinchillapellets und Extrudate

Dass künstliche Zusatzstoffe nicht wirklich gesund sind, weiß man spätestens aus der menschen Ernährung. Nicht viel anders verhält es sich bei unseren Haustieren, die mit Fertigfutter vollgestopft werden und oftmals kaum mehr natürliche Vitamine und Aminosäuren zum Fressen bekommen, sondern nur die aus dem Labor. Nachweislich führen diese Zusatzstoffe aber zu gesundheitlichen Folgen: zum einen können diese kurzfristig auftreten z.B. wenn zu viel zugesetzt wurde (Folgen davon gab bei min 2 bekannten Chinchillapellet-Marken mehrfach, viele Tiere verstarben oder erkrankten schwer an Vergiftungserscheinungen) oder aber wenn zu wenig Zusatzstoffe hinzugefügt wurden und die Tiere andererseits an Mangelerscheinunen litten. Und zum anderen können die Folgen langfristig auftreten, dazu gehören Oragnschäden: Leberschäden, Nierenversagen und Magen-Darm-Erkrankungen, alles oftmals einhergehend mit einer Abmagerung.

In diesem Zusammenhang ist es zudem interessant zu wissen, dass Fertigfutterhersteller damit werben, dass ihr Futter den Chins mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Tatsache ist aber, dass kein Mensch den Bedarf eines Durchschnittchins kennt UND solch ein Mittelwert auch wenig sinnvoll wäre, dass jedes Tier anders ist und einen individuellen Nährstoffbeadrf hat. Außerdem sind gerade auch pflanzliche Sekundärstoffe von großer Bedeutung in der Ernährung und sind dafür da, um unsere Tiere gesund zu halten, Krankheiten vorzubeugen und kleine Wehwehchen zu lindern bzw zu heilen. Von Fertigfutterherstellern wird diese Tatsache leider gänzlich verschwiegen und das Tier wird als ein - willkürliches - Mengen- und Zahlenobjekt betrachtet.

Und: Alle primären und sekundären Stoffe in einer Pflanzen wirken als Ganzes, sie unterliegen Wechselwirkungen, heben sich auf, verstärken sich, alles greift ineinander über usw. (um ein Bsp. zu nennen: es werden bestimmte Mineralien (Phosphat) und Vitamine (VitD) in bestimmter Menge dazu benötigt, dass Kalzium überhaupt vom Organismus verwertet werden kann) und kein Fertigfutter der Welt kann diesen Prozess nachbauen und liefern! Daher sind übrigens Vitaminpräparate u.a. auch nicht empfehlenswert, da der größte Teil vom Körper gar nicht erst verstoffwechselt werden kann. Einen Mangel behebt man am besten durch eine abwechslungsreiche, natürlich-gesunde Ernährung.

 

5) Pellets beinhalten kaum Flüssigkeit

Der Körper besteht v.a. aus Flüssigkeit und täglich verliert der Organimus Wasser z.B. durch Kot- und Urinabsetzen. Das heißt das Depot muss immer wieder aufgefüllt werden.

Die Trockensustanz bei Pellets liegt bei etwas 85%. Studien zeigen jedoch, dass Nager die fehlende Flüssigkeit, die durch reine oder hauptsächliche Trockenfutter durch Trinken allein nicht ausgleichen können. Sie sind von Natur aus nämlich daran angepasst, die meiste Flüssigkeit durch Futter aufzunehmen. Ferner saugen sich Pellets während des Verdauens stark mit Flüssigkeit voll, da Pellets ein hohes Quellvermögen haben. Das entzieht dem Körper zusätzlich Wasser. Wird zusätzlich Frischfutter gegeben, verringert sich die Problematik.

Erste Anzeichen von Flüssigkeitmangel können z.B. eine Verstopfung oder allgemein Schmerzen sein. Langfristig drohen Entzündungen und Steinbildung in ableitenden Organen sowie Nierenschäden.

Liste mit akzeptablen Pellet-Sorten

Verfüttert man keine große Vielfalt (mindestens 30 verschiedene täglich, besser mehr + Frischfutter) Kräuter, Blüten, Blätter/Zweige und Frisches an seine Chinchillas, solle man zusäzlich immer Alleinfuttermittel-Pellets geben, weilmes sonst zum Nährstoffmangel kommen kann. Welche Marken in diesem Fall OK sind, wird auf dieser Seite aufgezählt: http://chinchilla-scientia.de/index.php?id=pelletliste

 

Unterschiede bei Pellets und anderen Pressarten

Pellet ist nicht gleich Pellet. Es gibt Unterschiede in der Herstellungsweise und in der Zusammensetzung. Diese beeinflussen ferner das äußere Erscheinungsbild des Futters. In Folgendem sollen die auf den ersten und zweiten Blick erkennbaren Unterschiede genauer dargestellt werden; es soll so gezeigt werden, welche Pellets, Cobs und andere Pressformen man als Zusatzfutter an seine Tiere geben kann - unabhängig von der Ernährungsform, die man gewählt hat - und von welchen man besser die Finger lassen sollte, wenn man naturnah oder fertigfutterfrei ernähren möchte.

 

akzeptable Pellets, Cobs, Bits

  • setzen sich ausschließlich aus Gräsern und/oder Kräutern zusammen
  • werden schonend warmluft- oder kaltluft-gepresst
  • grobere raue bis mittelraue Oberfläche
  • heterogene Erscheinung; die nicht gänzlich klein gemahlenen Pflanzenfasern sind optisch zu erkennen man kann den Pellet/ Cob/ etc. mit bloßer Hand zerkleinern (aufgrud der Pressart) und so die Fasern sehen ohne Zusätze, Vitamine der Pflanzen sind weitgehend erhalten
  • Bsp-Produkte: Hasenhaus-im-Odenwald, Kräuter-Kate, Bunny, viele Agrobs-Produkte u.a.

 

Beispielbilder akzeptabler Pellets, Bits, Cobs

ungünstige Pellets und andere Pressformen

  • bestehen aus pflanzlichen Nebenerzeugnissen wie Getreide- und Luzernemehlen, Melasse, Schrot usw.
  • es gibt auch Kräuter-, Gemüse- oder Obstpellets, jedoch sind diese ebenfalls ungeeignet, da die jeweilige Pflanze stark verarbeitet ist und oft dennoch ungünstige Füllstoffe wie Milcherzeugnisse und Melasse enthalten, also keine reinen Pflanzenpellets sind
  • homogene, glatte, z.T. glänzende Oberfläche und Erscheinung
  • die Pflanzenfasern sind extrem klein gemahlen, kaum vorhandene Struktur mehr beim Heißluftpressvorgang gehen die Vitamine der Pflanzen verloren (und z.T. auch sekundäre Pflanzenstoffe), die Pellet(-masse) wird daher mit einer Zusatzstoffvormischung (chemische/ synthetische Zusätze wie Vitamine) angereichert
  • Produkte: alle auf dem Markt erhältlichen Pellets, die als Alleinfutter deklariert sind; DIE bekannten Hersteller in der Chinchillaszene (Namen werden aus rechtlichen Gründen nicht genannt)

Beispielbilder von ungünstigen Pellets und Trimellos