Körpertemperatur beim Chinchilla

Wichtiges aus Fachliteratur:

  • Die Körpertemperatur eines Chin unterliegt einem deutlichen circadianen Rhythmus
  • Durch den circadianen Rhythmus verursachten Schwankungen betragen ca. 0.7-0.8°C
  • Diese Schwankungen können noch zusätzlich von Kurzzeitschwankungen überlagert werden, so dass sich eine absolute Schwankungsbreite von 1.8°C ergeben kann.
  • Am Rektum erfasst man aufgrund eines spezies-spezifischen Temperaturgradienten nur die Schalentemperatur, die in 20mm Tiefe um durchschnittlich 1.4°C, in 15mm gar um 2.5°C von der Kerntemperatur abweicht (bei einer Ratte entspricht die Rektaltemperatur erst in einer Tiefe von 6-8cm der tatsächlichen Kerntemperatur, in 2cm weicht sie um 5.3°C nach unten ab)-> Angabe der Eindringtiefe bei rektalen Messungen für Vergleiche erforderlich!
  • Beim Chinchilla: sehr gute Übereinstimmung in 50mm Tiefe.
  • Verfälschung der Werte durch Fixation, Manipulation und streßbedingte Aufregung (beim Chinchilla jedoch scheinbar gering).
  • Phänomen, dass die Rektaltemperatur wie bei Ratte & Menschen aus unbekannten Gründen über der tatsächlichen Kerntemperatur liegen kann, scheint ebenfalls keine Rolle zu spielen.
  • Signifikante Beeinflussung durch (erhöhte) Umgebungstemperaturen.
  • Radiotelemetrisch erfaßte Körperkern-Werte: 6 Tiere, Umgebungstemperatur 16°C: Bewegung überwiegend zwischen den Tagesextremwerten 36.36°C und 38.31°C; Gesamtmittelwerte der einzelnen Tiere im engen Bereich von 37.15°C und 37.38°C
  • In zitierten Dissertation werden im Literaturteil elf Quellen bzw. Autoren erwähnt, die Angaben zur Körpertemperatur machen. Davon haben 10 rektal, einer - nicht der folgende - telemetrisch im Nacken (-> Körperschale) gemessen. Die Angaben sind nicht einheitlich. Sie umfassen ein großes Intervall von 35.4°C bis 39.5°C.
  • Es gibt noch eine Arbeit von Hanna van Ackeren, 1976. Sie hat sowohl telemetrisch im Nacken, als auch rektal in 21mm Tiefe mit einem elektronischen Thermometer (Meßgenauigkeit +/-0.2°C) gemessen.
  • Die Rektal-Werte sind imo interessanter und aussagekräftiger (vor allem für die Praxis).



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Literatur

  • Untersuchungen zur Bewegungsaktivität und Körpertemperatur beim Chinchilla (Chinchilla laniger), Boersma, Auke A., München, Univ., Diss., 1994
  • TEMPERATURREGULATION, STOFFWECHSEL UND NIERENFUNKTION BEIM CHINCHILLA (CHINCHILLA LANIGER MOLINA, 1782) UND BEIM VISCACHA (LAGOSTOMUS MAXIMUS BROOKES, 1828) / VON HANNA VAN ACKEREN. 1976. 57 S. : 22 ILL. U. GRAPH. DARST. TUEBINGEN, UNIV., FACHBER. BIOLOGIE, DISS., 1976.