Hitzeschlag (Hyperthermie)

Symptome

  • 1. Stadium: verändertes Verhalten wie Aggression, Unruhe (erstes Anzeichen, dass es dem Tier zu warm ist → sofort für (sanfte) Kühlmöglichkeiten sorgen, vgl. unten!)
  • 2. Stadium: Rückzug, ruhigeres Verhalten, Versuch der Hitze zu entkommen
  • 3. Stadium: Apathie, Muskelschwäche, Störungen der Bewegungskoordination, Gleichgewichtsstörungen, Kreislaufkollaps
  • 4. Stadium: Seitenlage, blaße Schleimhäute, flacher Plus, Atmenprobleme sowie Bewusstseinstörungen, Krampfanfälle und Muskelzittern, Tod

Präventive Maßnahmen - damit es gar nicht erst zum Hitzschlag kommt:

zu Temperatur

Zu einem Hitzschlag kommt es bei einer hohem Umgebungstemperatur, fehlender Luftzirkulation und hoher Luftleuchtigkeit; körperliche Anstrengung begünstigt den Hitzschlag

Unsere Chinchillas vertragen Kälte viel besser als Hitze. In der Natur schlafen sie am Tag, wenn es warm ist und sind nur in den kühleren Nächten aktiv. Tagsüber in der Schlafenszeit vertragen Chinchillas daher höhere Temperaturen besser als in ihrer Aktivitätsphase.

Schon ab 20 Grad kommen Chins in einen milden sogenannten Hitzestress. Je nach individueller Verträglichkeit kann es ab ca. 25-29 Grad zum lebensgefährlichen Hitzschlag kommen. Ab 30 Grad wird es für alle Chins in hohem Maße lebensgefährlich!

Wichtig: Je höher die Luftfeuchtigkeit ist, desto gefährlicher wird es: so können 25 Grad bei hoher Luftfeuchte deutlich gefährlicher sein als 28 Grad bei geringer Luftfeuchtigkeit.

Weitere nähere Infos zur Temperatur unter (unten): 
http://www.chinchillaschutzforum.com/t1203-wo-kann-der-chinchillakafig-stehen



zu Kühlmöglichkeiten

ACHTUNG: Im stark aufgeheizten Räumen (ab ca. 29/30Grad, bitte individuell entscheiden, manche Chins fühlen sich schon bei weniger Grad unwohl, zudem beachte man die Luftfeuchte) dürfen Chins unter keinen Umständen gehalten werden!

Hat sich der Chinraum stark erhitzt, so bleiben bei Halter nur folgende Optionen:

  • Klimaanlage mit Abschluftschlauch im Chinraum installieren/aufstellen
  • die Tiere in einen kühleren Raum, z.B. Keller, anderen Raum, zu Freunden/Familie, umziehen lassen/stellen

Ab ca. 26 Grad sollte man keinen Auslauf mehr geben und für Kühlmöglichkeiten sorgen. Kühlmöglichkeiten können bei akzeptablen Temperaturen folgende sein:

  • Deckenventilator oder Steh-Ventilator (diesen bitte so platzieren, dass nicht der gesamte Käfig beweht wird, die Tiere müssen sich gegebenfalls zurückziehen können)
  • das Anbieten von Kühlakkus in Blechdosen
  • das Anbieten von Eiswürfeln im Salzwasser im Marmeladenglas (natürlich gut zugeschraubt und nur auf dem Boden wegen der Zerbrechungsgefahr)
  • das Anbieten von Steinplatten, Ziegeln, Steinen, Tonröhren und allen anderen Gegenständen aus Ton, Fliesen, Gegenständen aus Metall - alles kann man vor dem Anbieten für mehrere Stunden im Kühlschrank aufbewahren und immer wieder austauschen
  • das Anbieten von zuvor im Kühlschrank gekühltem Sandbad
  • leicht feuchte Handtücher auf einen Teil des Volierendaches legen und Kühlakkus drauf platzieren (funktioniert nur bei Käfigen und Volieren); was man nicht tun sollte, ist feuchte oder nasse Tücher über den Käfig oder im Chinraum (oder Wäscheständer aufstellen usw.) aufhängen, weil sie nur geringfügig kühlen, aber vor allem die Luftfeuchtigkeit erhöhen, was die Lage nur noch verschlimmert
  • vernünftig lüften (d.h. Fenster öffnen, wenn die Außentemperatur geringer ist als die Innentemperatur; ansonsten Fenster zumachen, bei Sonneneinstrahlung Jalousien runter lassen; zudem für Durchzug sorgen, aber nur wenn die Zimmertemperatur dann nicht noch mehr steigt, die Tiere sollten außerdem nicht mitten im Durchzug stehen)


Ferner:

  • immer genügend Trinkwasser (am besten im Napf, da sich manche Chins zur Abkühlung auch in diesen reinsetzen, außerdem trinken Tiere lieber als Näpfen) und auch Frischfutter ad libitum anbieten (wenn die Tiere es bereits kennen), aber nur in gut belüfteten Käfigen, da sonst die Luftfeuchtigkeit steigt
  • Tierarztbesuche nur früh morgens machen, ansonsten Heimbesuche anfordern; Tiere in einer großen Transportbox auf ein Handtuch setzen und unter diesen partiell/ auf einer Seite Kühlakkus plazieren und zur Not - bei längeren Wartezeiten (am besten macht man sich natürlich einen Termin) Ersatzakkus in der Kühlbox / Kühltasche mitnehmen

 

Erste Hilfe - Was tun wenn das Tier schon einen Hitzschlag hat? - Sofortmaßnahmen

  • im 1. Stadium, also bei „nur“ Unruhe, reichts aus, wenn man das Tier leicht kühlt, also eine oder mehrere Metalldosen oder Glastöpfe mit Kühlaakus drin anbieten, in den Käfig sperren (kein Auslauf, absolute Ruhe) und abends gut lüften; erst wenns dem Tier schlechter geht, greift man zu härteren Maßnahmen (siehe unten), sonst unterkühlt das Chin noch oder wird krank
  • im Stadium 2 bringt man die Tiere dauerhaft an kühleren Ort oder macht die Klimaanlage an
  • als erste Hilfsmaßnahme ab Stadium 3 das betroffene Tier sofort kühlen z.B. an einen kalten Ort bringen (Keller; in eine TB oder einen Käfig vor den offenen Kühlschrank stellen) und in ein feuchtes Tuch wickeln - wenn das alles nicht nach Minuten zur Besserung des Zustandes führt, das Tier gegebenenfalls k u r z in den Kühlschrank setzen und die Situation immer im Auge behalten
  • sich dann anschließend oder zeitgleich, wenn man zu zweit ist, sofort mit dem Tierarzt in Verbindung setzen - auch nachts und am WE (Notfalldienst)
  • auf keinen Fall mit dem lebenbedrohten Tier im überhitzten Auto zum TA fahren (Auto mit Klimaanlage)! Zur Not ein klimatisiertes Taxi rufen oder den TA nach Hause bestellen

Therapie beim Tierarzt

  • kühle Infusionen mit Vollelektrolytlösungen
  • Gabe von Vitamin-B-Komplex
  • Breitbandantibiotikum
  • Sauerstoffversorgung
  • Prednisolon-Mittel (schnellwirkend)
  • kühl halten

 

Verhalten nach einem Hitzschlag

  • nach einem Hitzschlag sollte das Tier viel trinken, notfalls lauwarmes Wasser mit einer Spritze (ohne Nadel) anbieten, indem man sie dem Chin vor den Mund hält und die Flüssigkeit langsam ins seitlich Mäulchen fließen lässt - meist nehmen die Kleinen das Wasser dann freiwilllig zu sich (Achtung: keine Zwangmaßnahmen anwenden, sonst droht Stress- und Erstickungsgefahr!)
  • das betroffene Tier noch nach Tagen als Folge des Hitzschlags tödlich verunglücken (da es ab einer Innentemperatur des Tieres während eines Hitzschlags von 41 Grad zu einer Organschädigung kommen kann), also regelmäßig ein Auge drauf werfen und notfalls wieder Kontakt zum TA aufnehmen; eine Vitamin-B-Komplex oder Schwarzkümmelölkur kann Folgeschäden mindern
  • bei weiterhin andauernder oder erneuter Hitze die Tiere in einen kühleren Raum z.B. Keller umziehen lassen oder eine Klimaanlage kaufen

So - zwei verschiedene Möglichketen - kann fast jeder eine Klimaanlage mit Abschluftschlauch im Chinzimmer anbringen ohne ein Loch in die Wand zu bohren: