Heu für Chinchillas

- wie wichtig ist es wirklich?

Was ist Heu?

Heu setzt sich aus Grünlandaufwuchs wie z.B. Wiesen bzw. verschiedenen Grünpflanzen zusammen, wozu Gräser, Kräuter, Blüten, Blumen und Leguminosen gehören, welche auf verschiedene Arten (Bodentrocknung, Gerüsttrocknung, Unterdachtrocknung) und unterschiedlich lange getrocknet und so haltbar gemacht werden. Der Trockensubstanzgehalt liegt bei Heu in etwa zwischen 80-90%.

Woran erkennt man hochwertiges Heu?

Hochwertiges Heu besteht aus vielen verschiedenen Pflanzenarten, ist also weder einseitig noch besteht es nur aus Grasstängeln insbesondere Weidelgras, wie dies oft bei handelsüblichem Heu der Fall ist. Der Grund, warum Heu so oft blätterarm, dafür aber umso stängelreicher ist, ist dieser: Beim Trockungs- und Wendevorgang bricht ein hoher Prozentteil der zarten, hochwertigen und geschmackvollen Pflanzenteile bzw. Blättchen ab, übrig bleiben oft nur Halme. Blattreiches Heu ist deutlich teuerer als Halmheu, weil es hochwertiger ist.

Der Grund, weshalb hochwertiges Heu für Chinchillas sinnvoll ist, ist dass sie als sogenannte Konzentratselektierer hauptsächlich die blätterigen Anteile von Kraut, Gras und andere Futterpflanzen auswählen. Der Strunk, Rippe, Kelch und Stiel von Pflanzen bleibt bei genügend Futterauswahl hingegen meist zurück, was daran liegt, dass diese Pflanzenteile hauptsächlich aus nicht verwertbaren, nährstoffarmen Fasern bestehen. 

Außerdem riecht gutes Heu frisch, ist schimmelfrei und luftig.

Welche Aufgabe hat Heu?

Heu ist ein kostengünstiges und lange haltbares Futtermittel für diverse Heim- und Nutztiere.

Es  müsste in sehr großer Menge gefressen werden, damit die Tiere ihren Nährstoffbedarf annährend decken können, was gerade bei Kleinsäugern nur mit Heu allein nicht zu bewerkstelligen ist. Dafür sind die meisten Heusorten zu minderwertig und führen auf Dauer zu einer Mangelernährung und den dazugehörigen Folgen wie Gewichtsabnahme u.a. 

Heu dient zudem der Futterbeschäftigung, da es in größerer Menge verspeist werden kann und länger als Kraftfutter gekaut werden muss, wodurch es zur guten Abnutzung der Zähne, v.a. der Backenzähne, kommt.

TIPP: Ausführliches zum Thema Zahnabrieb: http://chinchilla-scientia.de/index.php?id=zahnabrieb

Wozu Heu nicht dient, ist die Hauptversorgung mit Energie und Nährstoffen. Beim Trockungsvorgang gehen wie bereits oben erwähnt, wichtige Heubestandteile verloren und mit ihnen wichtige Nähr- und Wirkstoffe. Außerdem verlieren Pflanzen durch den Wasserentzug und das Bearbeiten und Lagern generell an Vitaminen. Aus diesen Gründen ist eine reine oder hauptsächliche Heuernährungsform nicht zu unterstützen, wie es ab und an immer wieder gar von Fachleuten wie von Tierärzten ans Herz gelegt wird. Nähere Ausführungen zur Heufütterung siehe hier: "Heu als Hauptnahrung?" auf Kaninchenwiese.de

Ist der Heukonsum für Chinchillas wichtig?

In den letzten Jahrzehnten, genauer gesagt seit den 50/60ern, als es Mode war, Chinchillas nur oder hauptsächlich mit Pellets zu ernähren, war es enorm wichtig, dass die Tiere große Mengen an Heu fressen, damit sich die Tiere länger mit ihrem Futter auseinandersetzen können, was ihrem Naturell entspricht und ihre körperliche und seelische Gesundheit gewährleistet, d.h. damit die Verdauung stabil bleibt, die Zähne abgenutzt werden und die Tiere Beschäftigung haben. Diese Faktoren waren/sind durch das Fressen von Pellets und sonstigem Kraftfutter sind gegeben, sondern nur v.a. durch Rau- und Frischfutter.

In den Jahren zuvor sowie heute, wo der Trend wieder weg von der PHW (Pellets-Wasser-Heu)-Diät hin zur natürlicheren Fütterung geht, spielt Heu in der gesunden Chinchillaernährung keine zentrale Rolle mehr - vorausgesetzt natürlich die Nager haben weitere kargere Kost dauerhaft zu Verfügung wie Trockenkräuter, belaubte Zweige und Grünfutter, welche die selbe Aufgabe erfüllen, welche es zuvor das Heu allein tun musste.

Wie kann Heu angeboten werden?

Alles dazu extra unter http://chinchilla-scientia.de/index.php?id=wie_heu_anbieten

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