Zahnprobleme und Futterumstellung

Erfahrungsbericht von Marianne

Heute sage ich: Die naturnahe Ernährung hat meinen beiden Zahnpatienten das Leben gerettet... Aber erst einmal von Vorne.

Die Kranken- und Genesungsgeschichte meiner beiden Zahnchinchilla hat mir auf beeindruckende Art und Weise demonstriert, was die Umstellung auf eine naturnahe und frischfutterreiche Ernährung bei Zahnproblemen zu bewirken in der Lage ist. Vielleicht kann mein Erfahrungsbericht dem einen oder anderen Leser Mut machen und dazu motivieren, der herkömmlichen, von Pellets und Extrudaten dominierten Fütterung den Rücken zu kehren.

 

Vorgeschichte:

Cocco und Carino sind Brüder. Sie wurden im September 2006 geboren und kamen im Alter von drei Monaten zu mir. Hinsichtlich der Ernährung folgte ich den landläufigen Empfehlungen: Pellets, Heu, getrocknete Kräuter, Wasser. Schnell stellte ich fest, dass insbesondere die Kräuter reißenden Absatz fanden und ich versuchte schon damals, den Chinchillas diesbezüglich eine große Vielfalt anzubieten. Zwar verunsicherten mich die Warnungen, die im Internet bezüglich potentieller Überdosierung und Wechselwirkung der Kräuter aufgrund der Heilwirkung kursierten, ein wenig, aber es war nicht von der Hand zu weisen, dass die Kräuter sehr zum Wohlbefinden der Tiere beitrugen und so blieb ich dabei. Weiterhin bekamen die Kleinen Äste und Blätter aus dem Garten - zunächst nur getrocknet, später auch frisch - und ab und an ein paar Basilikumblättchen. Lange Zeit glaubte ich, meine Tiere damit optimal zu ernähren. Als die Chinchillas ein Jahr alt waren, brachte ich sie für einen Vorsorgecheck zu einer chinchillaerfahrenen Tierärztin - heute immer noch meine Haustierärztin. Sie wies bereits zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass Cocco wohl eine leichte Zahnfehlstellung habe und dies in ein paar Jahren zum Problem werden könne. Weiterhin stellte sie eine leichte Leberschwäche fest. Da Cocco getrocknete Mariendisteln über alles liebt und diese ja bekannt für ihre leberstärkende Wirkung sind, bot ich die Disteln nun ad libitum (= unbegrenzt, so viel die Tiere wollen) an und seitdem machte zumindest die Leber keine Probleme mehr.

 

Dezember 2010:

Im Laufe des Dezembers nahm Cocco kontinuierlich jede Woche ein paar Gramm ab. Sein Normalgewicht betrug 650g. Ende Dezember hatte er ca. 20-30g verloren. Das für sich genommen fand ich noch nicht allzu bedenklich, aber ich hatte auch den Eindruck, dass er plötzlich bedächtiger und langsamer fraß. Und das war schon ungewöhnlich für meinen kleinen Nageterminator, der normalerweise im Null-Komma-Nix alles zerkleinerte, was ihm in die Quere kam. Da er aber nach wie vor einen guten Appetit an den Tag legte, sah ich zunächst noch nichts weiter veranlasst, aber ich war schon in Habachtstellung.


Januar 2011:

Cocco verlor nochmal 10g und plötzlich nahm auch Carino ab und das quasi von einem Tag auf den anderen. Wir hatten die Gruppe Anfang Januar um ein kleines Chinchillaböckchen erweitert und zunächst war ich mir nicht sicher, ob die Abnahme von Cocco und Carino nicht eventuell auch durch den sozialen Stress verursacht war. Zwar hatte die Vergesellschaftung hervorragend funktioniert und die Chemie zwischen den Dreien schien zu stimmen, aber man konnte eben nie wissen. Nach ein paar Tagen fiel mir jedoch auf, dass die Äuglein meiner beiden Großen tränten. Dies und die starke Abnahme von Carino (ca. 60g innerhalb von 10 Tagen) bewegte mich dann doch dazu, schleunigst meine Tierärztin aufzusuchen.

Es stellte sich heraus, dass Coccos Zähne in katastrophalem Zustand waren. Unter Inhalationsnarkose wurden sie korrigiert. Weiterhin war das Zahnfleisch arg entzündet. Bei Carino war das Problem nicht so offensichtlich. Die Röntgenaufnahme zeigte am Vorderkiefer eine kleine Stelle, wo sich der Knochen aufzulösen schien. Die Zähne selbst schienen in Ordnung. Die Knochenauflösung konnte laut Ärztin entweder auf eine Entzündung oder auf eine Krebserkrankung zurück zu führen sein. Im letzteren Fall bestünde keine Hoffnung. Das war natürlich ein Schock für uns.

Wieder zu Hause angelangt, lag die Priorität darauf, Cocco wieder zum Fressen zu bringen. (Carino fraß nach wie vor selbstständig und nahm auch zunächst nicht weiter ab.) Als Schmerzmittel hatte die TÄ uns Metacam mitgegeben. Dies wurde von Cocco zwar gierig vom Finger geschlabbert, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass die Schmerzen dadurch weniger wurden. Selbstständig nahm er nur "Leckerlis" wie Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Haferflocken und getrockneten Apfel an und davon nur Minnimengen. Heute weiß ich, dass Cocco wahrscheinlich intuitiv zu diesen Nährstoffbomben gegriffen hat und ich ihm vielleicht einfach hätte vertrauen sollen, aber stattdessen schob ich Panik. Schließlich war das, was er selbstständig fraß viel zu wenig und ich hatte Angst vor einer rasch fortschreitenden Kaumuskelatrophie. Also fingen wir aus lauter Verzweiflung doch wieder mit Päppelbrei an, obwohl ich damit noch keinem Tier das Leben habe retten können. Aber zum Einen wollte ich Cocco auf keinen Fall aufgeben und zum Anderen wusste ich es nicht besser.

In dieser Zeit bin ich auch auf das Chinchilla-Scientia-Forum gestoßen - auf der Suche nach Tipps und alternativen Ernährungsmöglichkeiten. Vorsichtig versuchte ich, mehr Frischfutter in die tägliche Kost einzubauen. Da es gerade mitten im Winter war, fielen Kräuter und Blätter aus dem Garten schon mal weg. Auf Anraten der anderen Forumsmitglieder hin habe ich Tradescantien, eine Grünlilie und mehrere Kalisien (Golliwoog) sowie vielerlei verschiedene Küchenkräuter besorgt. Carino und der kleine Allegro waren sehr angetan von dem ganzen Grün und nahmen die neuen Angebote sehr bereitwillig in ihr bestehendes Nahrungsspektrum auf. Cocco allerdings war nicht unbedingt hellauf begeistert. Er probierte mal hie und da ein Blättchen und das wars dann auch wieder. Wir waren hin- und hergerissen, was die Päppelei anging. Aber immer, wenn wir eine Weile aussetzten, machte er wieder einen massiven Gewichtssprung nach unten. Und so standen wir dann wieder mit der Spritze auf der Matte. Zunächst schlabbert er den Brei noch freiwillig von den Fingern, aber mit der Zeit sträubte er sich immer mehr gegen den Brei. Wir wussten nicht, was wir tun sollten, da er selbst nach wie vor nur mikroskopisch kleine Mengen zu sich nahm.

Ich glaube, es war auch zu dieser Zeit, als ich mich der Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln besann und ich diesbzgl. auch Tipps von anderen Forenmitgliedern erhalten habe. Wir versuchten daraufhin, sowohl Cocco als auch Carino mit Arnika und Silicea zu behandeln. Das Arnika schien hinsichtlich Schmerzlinderung zumindest sehr viel besser anzuschlagen als das Metacam. Ab und an knabberte er auch ein wenig Weidenrinde, die ja ebenfalls eine aspirinähnliche Wirkung haben soll.

Da Cocco trotz Zufütterns immer weiter abnahm und auch mit Carino - seinen Augen nach zu urteilen - nach wie vor nicht alles in Ordnung war, sind wir Ende Januar zu einem Zahnspezialisten (ebenfalls ein Tipp aus dem Chinchilla-Forum) in der Nähe von Stuttgart gefahren. Die beiden wurden unter Narkose (eine sehr starke Injektionsnarkose) untersucht: Coccos Gebiss sah gar nicht mehr so übel aus. Es wurden nur leichte Korrekturen vorgenommen. Carino hatte nun doch keinen Krebs, aber ein großer Knochensplitter schmerzte ihn offensichtlich sehr. Dieser wurde operativ entfernt. Der Arzt tippte auf eine schon etwas länger zurückliegende Fraktur, die Auslöser für Carinos Probleme gewesen sein soll. Ansonsten schien Carinos Gebiss einwandfrei.


Februar 2011:

Daheim ging es dann erstmal weiter bergab mit Cocco. Die Narkose war sehr heftig gewesen und ein paar Tage lang war er völlig neben der Spur. An Fressen war in dieser Zeit natürlich auch nicht zu denken. Hinsichtlich Zufütterns unternahmen wir zwar einige halbherzige Versuche, aber es war offensichtlich, dass wir Cocco damit nur zusätzlich stressten und es rein gar nichts brachte. Zu Anfang haben wir noch regelmäßig sein Gewicht gecheckt. Da dieses aber immer weiter sank und mich diese Wiegeaktionen in Panik versetzten, haben wir die tägliche Wiegerei irgendwann gelassen. Wir rechneten mit dem Schlimmsten. Beim Tierarzt hatten wir ein SnuggleSafe (Heizkissen) erstanden. Und auf diesem Kissen verbrachte Cocco von nun an die meiste Zeit. Er liebte dieses Kissen. Weiterhin versuchten wir, ihm und den anderen beiden Chins eine breite Auswahl an Frischfutter, getrockneten Kräutern und Blättern anzubieten. Die anderen beiden Chinchillas nahmen die Vielfalt begeistert auf. Gerade Carino entwickelte sich zu einem regelrechten Frischfutterfanatiker. Innerhalb weniger Tage vertilgte er gleich mehrere Kalisien und sein Gewicht stabilisierte sich bei um die 620g. Mit Cocco war es in dieser Zeit ein Hin und Her. Zeitweise schien er sehr interessiert am Fressen. Er wühlte im Kräutertopf und nahm sich das ein oder andere heraus, um es im Anschluss zu zerhäckseln. Richtig fressen sah man in ihn jedoch nicht. Bei seinen Fressversuchen war es insbesondere auffallend, wie sehr er den Kiefer verrenkte. Der Tierarzt meinte, er müsse sich erst an das neue Kauniveau gewöhnen. An manchen Tagen wirkte er erstaunlich fit. Irgendetwas musste er also zu sich nehmen. Seltsamerweise nagte er im Auslauf mit Hingabe den Putz von der Wand. Wir vermuteten einen Nährstoffmangel, aber da die Tiere alles zur Verfügung hatten, was das Chinchillaherz begehrt, wussten wir nicht, was wir noch zusätzlich anbieten hätten können. An anderen Tagen dachten wir, er würde die Nacht nicht überleben. Habe alle paar Stunden nachgesehen, ob er noch atmet und war kurz davor, ihn erlösen zu lassen. Mitte Februar dann hielt er plötzlich sein Gewicht. Er war inzwischen bei 500-520g angelangt. Vom Hasenhaus im Odenwald hatten wir den sogenannten Fischers Mix geordert, der bei Cocco offensichtlich appetitanregend wirkte und ihn zum Fressen animierte. Zwar verlor er beim Fressen noch die Hälfte und seine Kaubewegungen sahen nach wie vor etwas scheps aus, aber er frass. Und das war die Hauptsache. Die Äuglein tränten inzwischen auch nicht mehr so stark. Ende Februar jedoch war bei Cocco wieder ein signifikanter Gewichtsverlust zu verzeichnen. Da wir nicht nochmal den weiten Weg nach Stuttgart auf uns nehmen und Cocco nicht ein weiteres Mal dieser extrem starken Narkose aussetzen wollten, haben wir eine Zahnspezialistin an der Uni-Tierklinik in München aufgesucht. Dies war ein Tipp unserer Haustierärztin. Ich erlaube mir an dieser Stelle, die damalige Diagnose aus meinem entsprechenden Thread im Chinchilla-Forum zu zitieren: "Leider sieht wohl die Prognose für beide nicht so gut aus. Sie analysierte zunächst die Röntgenbilder und erklärte mir anhand von Hilflinien, dass Coccos und auch Carinos Zahnwurzeln ansatzweise über die "Ideallinie" nach oben wachsen und auf den Tränenkanal drücken. Bei Carino schaut das Röntgenbild zwar auf den ersten Blick gut aus, da die Zähne schön gerade sind und ohne die Hilfslinie könne man auch nicht erkennen, dass die Wurzeln schon zu weit oben sind. Auch Coccos Gebiss ist bis auf die leichte Wellenform erstmal nicht dramatisch, aber die Wurzeln sind schon gebogen und deutlich über die Ideallinie drüber raus. Sie meinte, dass trotzdem von den beiden anderen Ärzten die Zahnprobleme und bei Carino die Knochenauflösung erkannt wurden, hinge damit zusammen, dass sie eben auch Spezialisten sind. Ein anderer Arzt hätte womöglich gar nix festgestellt! Sie war aber ziemlich direkt und meinte, dass das Wurzelwachstum nach oben mit der Zeit immer schlimmer werden würde. Rückgängig könne man das nicht mehr machen und auch das Augentränen würde sich nicht mehr geben - sozusagen irreparabel. Solange Carino selbstständig frisst, möchte sie bei ihm nicht Hand anlegen. Bei Cocco will sie versuchen, die Zähne unter die Mundschleimhaut zu kürzen, damit der Kieferdruck beim Beißen nach oben hin nicht so krass ist. Das kann gut oder auch daneben gehen. Die Ärztin meinte, dass das sehr stark mit der jeweiligen Konstitution des Tieres zusammenhinge und die einen eben Kämpfertypen und die anderen eher sensible Charaktere sind. Die Erfahrung habe ich ja auch schon gemacht. Cocco muss also wieder narkotisiert werden (auch hier Injektionsnarkose; Gasnarkose lehnen sie in diesem Fall ab) und dann geht das Spielchen von vorne los. Allerdings meinte die TÄ, dass die wenigsten Ärzte dermaßen weit kürzen und man sich dann wundert, warum das Tier noch immer nicht frisst, wo doch die Zähne objektiv gut aussehen. Liegt laut TÄ daran, dass die Tiere dann trotzdem aufgrund des Drucks noch starke Schmerzen haben und nicht mahlen wollen und dann wachsen die Zähne wieder schneller nach, als man gucken kann." Die Korrektur wurde dann wie geschildert vorgenommen.


März 2011:

Die Narkose hatte Cocco diesmal zwar besser weggesteckt als beim letzten Mal, aber das Gewicht war natürlich noch weiter gesunken. Das Zufüttern war uns seitens der Ärzte wärmstens ans Herz gelegt worden, aber da Cocco da nicht mehr mitmachte und unsere diesbezüglichen Erfahrungen ja nicht wirklich positiv waren, sank unsere Motivation in Sachen Breiernährung zunehmend. Zum Glück hielt nun jedoch der Frühling Einzug. Und allmählich konnte ich auch frische Äste mit nährstoffreichen Knospen anbieten. Carino und Allegro schwelgten in dem neuen Nahrungsangebot. Cocco jedoch war inzwischen bei 440g angelangt und wir rechneten damit, dass es jeden Tag vorbei sein konnte. Solange er sich jedoch seines Lebens erfreute - und das tat er offensichtlich, wollten wir ihm noch eine Chance geben. Die Wende kam, als wir Cocco eines Tages bei einem Basilikum-Fressanfall ertappten. Basilikum wurde in den nächsten Wochen zu seinem favorisierten Hauptnahrungsmittel. Zudem fraß er nach einer Weile zwei-drei Mandeln pro Tag, die er zwar mit viel Gebrösel, aber auch mit Genuss verspeiste. Süße Dinge wie Äpfel, Cranberrys und Hagebutten rührte er zu diesem Zeitpunkt nicht an. Was er außer Basilikum und Nüssen vertilgte, bekamen wir nicht mit, aber es ging ihm zusehends besser und wir stellten das Zufüttern völlig ein. Ziwschendurch nahm er bis auf 420g ab. Das war sein absoluter Tiefstand und ab da ging es dann kontinuierlich wieder bergauf, wenn auch langsam.


April - Mai 2011:

Neben dem Basilikum verspeiste er nach ein paar Wochen auch frische Pfefferminze und Cashewkerne waren plötzlich auch sehr beliebt. Getrocknete Haselnuss- und Apfelbaumblätter mümmelte er ebenfalls wieder. Golliwoog sowie die rote Tradescantie standen dann irgendwann auch auf seinem Speiseplan. Aus dem Garten kam allmählich auch immer mehr hinzu. Zarter Löwenzahn, Spitzwegerich und junge Erdbeerblätter wurden von allen gerne gefressen. Knoblauchsrauke und Giersch waren leider weniger beliebt, obwohl sie im Frühjahr en masse aus dem Boden trieben. Als es dann mehr und mehr frische Blätter gab, waren alle drei Chinchillas dankbare Abnehmer. Carino fraß zu diesem Zeitpunkt bereits fast ausschließlich Frischfutter. Der absolute Renner bei allen Dreien waren Brennesseln im leicht angewelkten Zustand sowie die Wurzeln in gut durchgetrockneter Form. Beim Pflanzenmarkt haben wir uns regelmäßig mit Sauerampfer, Hirschhornwegerich, Winterportulak und Basilikum eingedeckt. Basilikum ist nach wie vor ein Dauerbrenner. An getrockneten Dingen waren und sind insbesondere Breitwegerich, Mariendisteln, Gingkoblätter, Löwenzahn, Brennnessel, Echinacea, Weidenblätter und Weidenrinde sehr beliebt. Pellets wurden zu diesem Zeitpunkt auch noch gefressen. Wir hatten es noch nicht geschafft, sie völlig abzusetzen. Ende Mai brachte Cocco dann um die 520g auf die Waage. Die Ernährungsumstellung bekam ihm ausgezeichnet.


Juni 2011 - August 2011:

Vier Monate nach der letzten Zahnkorrektur ging es Cocco dann wieder schlechter. Er hatte wieder ein paar Gramm abgenommen und tat sich beim Fressen wieder sichtlich schwerer. Da die Münchner Zahnspezialistin gerade nicht greifbar war, sind wir zu unserer Haustierärztin gefahren, die zwischenzeitlich auch ein Seminar bei besagter Zahnspezialistin besucht hatte und nun auch die Technik, die Zähne anhand der Referenzlinien zu korrigieren und nötigenfalls auch unter die Mundschleimhaut zu kürzen, anwandte. Sie beredete sogleich die viel bessere Allgemeinkonstitution von Cocco. Seine Zähne allerdings standen wieder wie kreuz und quer im Gemüsebeet und mussten umfassend korrigiert werden. Da sie unter Gasnarkose operiert, war Cocco nach dem Eingriff schnell wieder fit und er fing auch erstaunlich schnell wieder an, selbst zu fressen. Insbesondere zerkleinerte Nüsse verspeiste er schon kurze Zeit nach der OP. Im Juli mussten wir dann auch mit Carino zum TA. Eine zweimal wiederkehrende Spitze machte kurzzeitig Probleme. Cocco kämpfte zu dieser Zeit hin und wieder mit Zahnfleischentzündungen. Diese haben wir aber mit Unterstützung einer entzündungshemmenden Salbe sowie Arnika-, und Boraxglobuli gut in den Griff bekommen. Die Zähne sahen aber gar nicht mehr so übel aus. Im Sommer hieß die neue Leibspeise: Frische Mariendisteln. Diese hatte ich selbst in Töpfen auf der Terrasse und dem Balkon gezogen und meine Drei konnten davon nicht genug bekommen. Auch frischer Topinambur kam sehr gut an. Im Supermarkt hatte ich mir eine Handvoll Knollen besorgt und diese im Garten eingegraben. Nach ein paar Monaten waren die Topinamburpflanzen über einen Meter hoch und verfügten über einen unerschöpflichen Blättervorrat für meine kleinen Monster Ende August setzten wir dann auch endlich die Pellets ab. Die Chinchillas verkrafteten den Pelletentzug sehr gut. Keine Gewichtseinbrüche und auch das Allgemeinbefinden hätte besser nicht sein können. An Kraftfutter reichte ich nach wie vor verschiedene Nüsse (Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln, Cashew) sowie Kürbis- und Sonnenblumenkerne und eine Saatenmischung. Allerdings werden kleine Sämereien von meinen Chinchillas nicht optimal vertragen. Daher gebe ich sie eher selten.


September 2011 bis heute (Dezember 2011):

Im September mussten wir dann mit Cocco wieder zum Abschleifen. Seine Zähne machten aber einen verhältnismäßig guten Eindruck - nicht unbedingt schön, aber allesamt mit Chlorophyll gefüllt und abgenutzt. Die Korrektur wurde diesmal ohne Narkose durchgeführt. Allerdings riet die TÄ für den nächsten Termin wieder zu einer Komplettsanierung. Das Ziel ist es, die Korrekturabstände bei 3-4 Monaten zu halten bzw. wenn möglich weiter auszudehnen und ein - zweimal im Jahr eine umfassende Korrektur vornehmen zu lassen. Ich denke, damit können wir gut leben. Gewichtstechnisch hat er sich derzeit bei ca. 570g eingependelt. Damit liegt er zwar deutlich unter seinem früheren Normalgewicht, aber als rappeldürr kann man ihn nun wirklich nicht mehr bezeichnen. Carino hatten wir zur Kontrolle ebenfalls eingepackt. Und hier hätte die Diagnose nicht besser sein können: Trotz der eher negativen Prognose Anfang des Jahres ist Carino laut TÄ wohl völlig über den Berg. Die Zähne sind top und die Äuglein klar und trocken. Es geht ihm nach wie vor prächtig und ich hoffe inständig, dass er tatsächlich nie wieder zur Zahnkorrektur antreten muss.