Allergie auf Chinchillas

Fakten und Hilfe

Was ist eine Allergie

Eine Allergie kann schleichend oder spontan entstehen. Jeder Halter kann plötzlich betroffen sein. Eine Allergie ist dieAbwehrreaktion des Immunsystems auf das Allergen ohne eine reale Bedrohung, die von diesem ausgeht, es ist also eine Fehlfunktion des Körpers. Diese Abwehrreaktion äußert sich in entzündlichen Prozessen der Haut, Atemwege etc. Als Ursache werden eine zu sterile Aufwachs- und Lebensumgebung, genetische Faktoren, Umweltverschmutzung, u.a. aufgeführt.

Tier- und Chinchilla-Allergien

Eine Tierallergie tritt nicht gegen das Tier selbst auf. Die Symptom auslösende Allergene befinden sind nicht in der Haaren bzw. nicht im Fell der Tiere, sondern in den Hautschuppen und im Körpersekret also im Kot, Urin und Speichel.

Bei Chinchillas treten Allergien seltener auf als z.B. bei Ratten oder Kaninchen, da Chins Speichel und Hautschuppen beimSandbaden entfernen. Den Kot sollte man als Allergiker täglich wegfegen und die Einstreu in den Urinecken bzw. Pipischalen wechseln und sauber machen. Dabei empfiehlt es sich einen Mundschutz zu tragen. Außerdem sollten Allergiker mehrfach am Tag die Räumlichkeiten, in denen die Chinchillas wohnen, lüfen (die Tiere dürfen selbstverständlich nicht direkt im Durchzug oder am Fenster stehen aufgrund der Erkältungsgefahr).

Am häufigsten machen jedoch nicht die Tiere selbst Probleme, sondern die staubige Einstreu, Heu, Kräuter und der Sand.

Viele dieser Probleme lassen sich jedoch lösen.

Hilfe bei "Chinchilla"-Allergie

Einstreu. So kann man bei der Einstreu auf staubarme Alternativen zurückgreifen wie beispielsweise Hanf- und Leinstreu oder entstaubte Hobelspäne. Auch kann man gänzlich auf Einstreu verzichten und nur Pipischalen mit saubarmer Einstreu anbieten, welche man täglich wechselt, oder man bestreut nur einen Teil des Käfigs.

Badesubstrat. Bei Sand machen zum einen der darin enthaltende Staub Probleme und zum anderen die sich dort aufhaltenden Hautschuppen, Urin und Speichelreste. 
Eine staubärmere und dennoch ihren Zweck (Feuchtigkeit und Schmutz aufsaugen, Stress abbauen) erfüllende Alternative zu Sepiolith und Attapulgus ist eine Mischung aus einem der Tonminerale und Quarzsand in einem Mischverhältnis 1:1 bis 3:1 (Quarz:Tonmineral). Auch kann man reinen Quarzsand verwenden, in den man 2 EL Heilerde dazumischen muss, weil Quarz alleine nicht saugfähig ist und
das Fell auf Dauer fettig und unschön wird. Eine weitere Hilfe gegen den Staub und die Sekrete und Hautschuppen im Sand bietet eine von allen Seiten geschlossene Sandwanne, in welche die Tiere durch ein Schlupfloch gelangen können.

Heu. Beim Heu gibt es große Qualitätsunterschiede. Staubarm und beliebt ist u.a. das Schwarzwaldheu (
www.schwarzwaldheu.de).

getrocknete Kräuter. Bei Kräutern gilt dasselbe wie bei Heu. Viele Halter bekommen beim Kräutermischen nd sogar auch bei hochwertigeren Sorten Hautausschläge und Niesanfälle. Dagegen vorgehen kann man, indem man beim Mischen das Fenster weit aufmacht, einen Mundschutz trägt und auch anschließend gründlich durchlüftet. Ferner kann man auf bereits fertig gemischte Kräuterpackungen zurückgreifen, jedoch gibt es hier noch keine so artenreiche Mischungen, wie sie von Chinchillas benötigt werden und die somit die als einzige Mischung reichen würde. Fertige Mixe können jedoch miteinander vermischt und erweitert werden, sodass das Mischen dadurch miniert wird im Vergleich zum Komplett-Selbermischen.
Anm.: Gepresstes Heu und Kräuter in Form von Pellets, Bits oder Cobs sind keine gleichwertige Alternative zu losem Raufutter.

Hyposensibilisierung & Pflanzliches gegen Allergie

Eine weitere Möglichkeit bietet das Durchführen einer Desensibilisierung beim Arzt, die dauerhaft helfen kann, die Allergiesymptome zu bekämpfen. Mehr dazu hier: spezifische Immuntherapie / Hyposensibilisierung

Zuvor kann jedoch auch die orale Einnahme von ägyptischem Schwarzkümmelöl (nigella sativa) versucht werden, welches gut gegen Allergien helfen kann (1EL morgens & abends über min 6 Wochen bis hin zu dauerhafter Einnahme).

Fazit

Zeigen all die gegebenen Tipps sowie eine Hyposensibilisierung keine Hilfe, so müssen leidende Halter leider ihre Tiere abgeben. Dennoch sollte zuvor alles nur Mögliche unternommen und versucht werden, die Allergie in den Griff zu bekommen schließlich sind Chinchillas fühlende Lebewesen, für die wir eine lebenslange Verantwortung tragen.