Contra-Vermehrung-Sammlung

Erfahrungsbericht von Carmen B.

Ein Chinchilla-Weibchen aus einer guten Zucht wurde zum ersten Mal Mutter. Sie saß mit 1 zuchterfahrenen Bock und einem weiteren Zuchtweibchen zusammen. Der erste Wurf war zugleich dann auch der letzte Wurf, weil sich folgende Horrorszene ereignete:

Die Geburt verlief wunderbar. Drei starke, gesunde, über 50g schwere Babys kamen auf die Welt. Baby Nummer 3 biss der Mutter leider immer in jede Zitze (obwohl Milch da war), eine Zitze war stark entzündet und sie musste zum Tierarzt. Baby Nummer 3 wurde dann zur Handaufzucht, weil es das Beißen in die Zitzen nicht unterließ. Also musste ich mehrere Wochen lang das Baby jede paar Stunden per Hand füttern - auch nachts, anfangs alle 2-3 Stunden, anschließend in größeren Intervallen.

Das Muttertier verhielt sich dann auf einmal recht merkwürdig, sie schien nervös und zog sich von der Gruppe zurück. Äußerliche Anzeichen waren nicht zu erkennen, das war abends. Am Morgen danach war im Käfig überall Blut aufzufinden. Es sah aus als wäre jemand hingerichtet worden. Babys, Papa und das andere Zuchtweibchen waren alle Okay und dann sah ich Mutti in der Tonröhre schlafen. Ich nahm auch sie zur Kontrolle raus und da sah man den Grund für das Blut: Ihre Gebärmutter hing 2cm aus der Scheide heraus (Scheidenprolaps), verschmiert mit Streu und Sand.

Also habe ich alles notdürftig gesäubert und eine Socke von mir als Body verwendet, damit die Gebärmutter beim Transport auf den Weg zum Notdienst ein Bisschen geschützt ist.

Dort angekommen wurde das Weibchen in Narkose gelegt und die Gebärmutter nach gründlicher Behandlung zurückgeschoben. Alles verlief Gott sei Dank gut und ich konnte sie wider nach Hause mitnehmen. Leider hielt die Freude nicht lange an und die Gebärmutter hing bald wieder raus. Ich fuhr wiederholt zum Tierarzt, wo das Weibchen dann kastriert werden musste.

Zwei Wochen lang musste das Weibchen nun mit ihren Babys im Kaninchenkäfig leben. Die Babys mussten allesamt aufgrund der Medikamente der Mutter für ein paar Tage zugefuttert werden. Die Wunde heilte außen gut ab, innen konnte leider nicht genäht werden weil zu wenig Gewebe da war. Dieser Fall ging Gott sei Dank in meinen Augen gut aus, da die Mutter überlebte und keine nachhaltigen Schäden davontrug.

Die Handaufzucht (Baby Nummer 3) schaffte es nach einigen Tiefs auch und wurde groß, starb allerdings mit etwas über einem Lebensjahr an einer Dünndarmdrehung.

Baby Nummer 2 wurde im zuchtreifen Alter auch zur Zucht eingesetzt. Leider ereilte sie dasselbe Schicksal wie ihre Mutter und sie bekam ebenfalls zur selben Zeit nach ihrem ersten Wurf einen Gebärmuttervorfall. Leider starb sie jedoch kurz nach der Kastration, nachdem sie im Hauptkäfig gestürzt ist.